Im Haselbachtal ist viel passiert

Im Haselbachtal ist viel passiert

Das Haselbachtal zwischen Stolzenhofen und Frickenhausen zeichnet sich durch eine weitgehend intakte Natur aus. Es ist ein Kleinod für Fauna und Flora. Mittlerweile ist das Tal seit vier Jahren Kulisse eines Biotopverbundprojekts der Unteren Naturschutzbehörde am Unterallgäuer Landratsamt und verschiedenen Partnern. Ziel ist es, die wertvollen Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume in ihrem Bestand zu sichern und möglichst auszuweiten. Dabei stehen eine angepasste Pflege und Nutzung der Flächen sowie Maßnahmen zum Erhalt bedrohter Arten im Mittelpunkt. Doch was genau hat sich in den vergangenen vier Jahren getan?
Fabienne Finkenzeller, Biodiversitätsberaterin am Landratsamt, blickt zurück: In den Sommern 2021 und 2022 haben Biologen im Projektgebiet Vegetationsaufnahmen gemacht. Außerdem haben sie Vögel, Amphibien, Tagfalter, Libellen und Heuschrecken kartiert. Darunter wurden auch einige sehr seltene Arten wie zum Beispiel der Randring-Perlmuttfalter entdeckt. Dabei handelt es sich um einen Schmetterling, den es nur noch selten im Unterallgäu gibt. 
„Vom Wissen, welche Arten und Lebensräume im Gebiet vorkommen, ließen sich gezielte und sinnvolle Maßnahmen ableiten und in einem so genannten Pflege- und Entwicklungsplan festhalten“, berichtet Finkenzeller. Im Herbst 2022 fand im Haselbachtal ein „Werkstattgespräch“ statt, bei dem interessierte Eigentümer, Landwirte und öffentliche Träger über das Projekt und die Ergebnisse der Kartierungen informiert wurden.
Im Jahr 2023 ging es dann in die Umsetzungsphase. Neben einer Vielzahl an Beratungsgesprächen wurden die Flächen in öffentlicher Hand genau unter die Lupe genommen und entsprechend des Pflege- und Entwicklungsplans teilweise umgestaltet. Die Bewirtschaftung wurde angepasst. So hat der Landkreis Unterallgäu beispielsweise die Dämme am Haselbach an einem Abschnitt abgesenkt, um dem Bach wieder eine freie Entwicklung zu ermöglichen. Das Hochwasser im vergangenen Jahr verwandelte die Fläche dann ein Paradies für Libellen, Amphibien und Schmetterlinge gemacht. „Durch die zeitweise Überschwemmung der Flächen am Haselbach hat sich innerhalb eines Sommers eine artenreiche Auenlandschaft entwickelt, in der es blüht, summt und brummt“, sagt Finkenzeller. 
Darüber hinaus gelang es dem Landkreis sowie einigen Gemeinden, in den vergangenen vier Jahren weitere Flächen im Haselbachtal zu kaufen oder zu pachten. „Durch die damit ermöglichte Wiederaufnahme der Bewirtschaftung können nun weitere artenarme Schilfflächen in artenreiche Wiesen und vielfältige Lebensräume entwickelt werden“, erklärt Finkenzeller. Auch im Wald tut sich etwas. Stück für Stück sollen die Fichten und die nicht standortgerechten Gehölze durch heimische und klimaresistente Laubbäume ersetzt werden.
 „In den letzten vier Jahren ist einiges passiert, wir konnten viele Maßnahmen umsetzen und sind zufrieden mit dem Verlauf des Projekts“, fasst Finkenzeller zusammen. „Es gibt aber immer noch sehr viel zu tun, denn es stehen noch eine ganze Menge weiterer potentieller Flächen im Haselbachtal zur Verfügung, die sich für Maßnahmenumsetzungen im Rahmen des Projekts anbieten würden.“ 
Für Privatpersonen, die Flächen im Gebiet besitzen und sich für die Artenvielfalt engagieren möchten, gibt es weiterhin unverbindliche und kostenfreie Beratungsgespräche. Wer Interesse hat, kann sich auf der Homepage des Landratsamt unter www.unterallgaeu.de/haselbachtal informieren oder einen Beratungstermin mit der Unteren Naturschutzbehörde vor Ort ausmachen.